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2. Struktur des Kurses

2.1 Häufigkeitsprinzip und Quelle:  Der Kurs beruht auf der einfachen und trivialen Idee, dass die Wörter einer Sprache in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit gelernt werden sollten. Auf diese Weise kann jede/r entscheiden, bis zu welchem Niveau er oder sie lernen will. Der Vorteil gegenüber einer themenorientierten Auswahl in entsprechenden Einheiten oder Kapiteln besteht darin, dass man nicht verfrüht mit seltenen, dem eigenen Stand nicht entsprechenden Worte konfrontiert wird, bloß um ein bestimmtes Kapitel abzudecken.

Die Wortauswahl und -reihenfolge wurde dem Frequency Dictionary von Mark Davies entnommen. Es gibt mehrere derartige Frequency Dictionaries, aber das von Mark Davies ist das methodisch gründlichste und aktuellste (2006). Es gründet sich auf mehrere Quellen, die auch das gesprochene Wort umfassen, und bildet daher das aktuelle, weltweit gesprochene Spanisch sehr gut ab. Um gewissen Schwächen Rechnung zu tragen (z .B. Begriffe der digitalen Revolution und Aussparung der Vulgärsprache), haben wir eine zusätzliche Einheit (E51) angefügt, die die entsprechenden Wörter bietet.

2.2 Wortfamilien und Wortschatz: Die Wörter werden nicht ganz strikt in der Häufigkeitsreihenfolge vorgestellt, sondern sind z.T. zu kleinen Verwandtschaftsgruppen zusammengefasst, die 2-4 Worte umfassen. Das erleichtert das Lernen. Das übergeordnete Prinzip bleibt jedoch die Häufigkeit. Die Einheiten E01-E05 bieten in etwa das Basisvokabular, (500 Worte) bis E20 folgt ein Aufbauwortschatz (2000) und ab E21 ein fortgeschrittener Wortschatz (bis 5000), der ein flüssiges Lesen, Verstehen und Sprechen erlaubt.

2.3. Was ist ein item? Der Kurs besteht, wie gesagt, aus 7500 Karteikarten, auch items genannt. Jede dieser Karten hat drei Seiten, die mit 1, 2 und 3 bezeichnet werden. Seite 1 enthä¤lt die deutschen Begriffe, Wendungen oder Sätze, Seite 2 das spanische Ausgangsmaterial und Seite 3 diverse Zusatzinformationen, darunter meistens Beispielsätze. Zu jeder dieser 3 Seiten ist das entsprechende Audiomaterial abrufbar - bei Seite 3 nur der spanische Anteil. Seite 1 und 2 sind Pflicht, Seite 3 ist fakultativ, kann also bei Interesse aufgerufen, aber auch übergangen werden.

5000 items sind Basisitems, mit denen eine Vokabel gelernt wird (hier Zeile 1 und 2). 2500 items sind Zusatzitems, mit denen eine Wendung oder ein Satz gelernt wird (hier Zeile 3).

der Frieden

la paz

quiero paz en la terra - hacer las paces (Frieden schließen, sich versöhnen), no dar paz (keine Ruhe geben)

(be)enden; fertig machen; aufessen

acabar

la mantequilla se ha acabado (die Butter ist alle) - acabar con, acabar por und acabar de: eigene items

Irren ist menschlich

quien tiene boca se equivoca

oder: errar es humano, errar es de sabios - wörtl.: Wer einen Mund hat, irrt sich (redet manchmal Unsinn)

2.4. Was ist eine Einheit?

Wir haben den Kurs in Einheiten zu je ungefähr 100 Worten organisiert, womit er 50 Einheiten besitzt. Da den vorgegebenen Grunditems etwa 50% Zusatzitems hinzugefügt wurden, bestehen die Einheiten aus jeweils ca. 140 -170 Karteikarten. In einer Extra-Einheit (E51) stellen wir Worte vor, die in der Quelle nicht vorkommen, die wir aber dennoch für relevant halten (Digitales Zeitalter, Essen, Vulgärsprache und Diverses).

Die Einheiten erlauben ein Strukturieren des Kurses mit der Lernsoftware, indem man sie zu- oder wegschalten kann (Kategorie-Ebene ). Als Daumenregel setzen wir eine Einheit etwa einem Monat Lernen gleich.

Es gibt eine zweite Kategorie-Ebene, in der wir thematische Einheiten definiert haben . So kann man z.B. alle Worte zum Thema „Essen“ aus dem gesamten Kurs lernen. Die Häufigkeitssortierung bleibt erhalten.

2.5. Wie nimmt der Schwierigkeitsgrad im Kurs zu?

Da der Kurs ein didaktisches Grundprinzip verfolgt, nämlich vom Häufigen zum Seltenen fortzuschreiten, ist es nur konsequent, dass wir auch bei den Beispielsätzen und Zusatzitems eine Entwicklung von einfach zu schwierig vollziehen. Am Anfang sind die Sätze und Verformen einfacher und werden im Lauf des Kurses, zusammen mit dem wachsenden Vokabular, komplexer und anspruchsvoller. Zu Anfang jeder Lektion wird auf neue Verbformen hingewiesen.

Basis

A1-A2

E01-E08

Vokabular: 0-800 Worte
Verbformen: Präsens, 3 Vergangenheitsformen (Imperfekt, Perfekt und Indefinido), Gerund und einfacher Imperativ. Zukunftsformen mit “ir” und pasiva refleja kommen vor. Perífrasis verbales werden von Anfang an benutzt.
Zusatzitems: Einfache, kurze Sätze, gesprochene Sprache.
Seite 3: Fast alle Beispielsätze werden übersetzt

Aufbau

A2-B2

E09

900 Worte. Verbformen: Konjunktiv (Condicional)

E10

1000 Worte. Verbformen: Futur

E11

1100 Worte. Verbformen: Plusquamperfekt

E12

1200 Worte. Verbormen: Subjuntivo und neg. Imperativ

E15-E17

1500-1700 Worte. Subjuntivformen der Vergangenheit

E18-E19

1800-1900 Worte, Verbformen: Sämtl. Passivkonstruktionen

Fortgeschritten

B2-C1
 

E20-E50

Vokabular: 2000-5000 Worte
Verbformen: Alle Verbformen
Zusatzitems: Zunehmend komplexe Sätze, auch Schriftsprache (Zeitung, Literatur, historische Sprache)
Seite 3: Meist keine Übersetzungen mehr

Innerhalb dieses Abschnitts nimmt die Schwierigkeit zwar noch weiter zu, der Schwerpunkt liegt aber nun stark auf dem Wortschatz, es kommen mehr Substantive mit engem Bedeutungsraum vor, die wesentichen Verben sind schon gelernt.

Die Zusatzitems sind streng nach dem Prinzip gebaut, dass nur bereits gelernte Wörter vorkommen, weswegen sie am Anfang sehr primitiv bleiben müssen, da z.B. die Auswahl an Substantiven noch sehr begrenzt ist. Die zu den großen, komplexen Verben gehörenden Zusatzitems sind daher auch oft über den ganzen Kurs verteilt. Von den Verbformen her richten sich die Zusatzitems nach der obigen Tabelle; es kommen jedoch einzelne Vorgriffe vor (z.B. “¡que aproveche!” in E07), die dann schon mal als Einzelform “aufgeschnappt” werden können.

In Seite 3 werden in den ersten Einheiten auch sehr einfache Beispielsätze bevorzugt, aber daneben kommen auch Sätze vor, die den Anfänger überfordern und von diesem einfach ignoriert werden können. Sie richten sich an den Fortgeschrittenen, für den diese häufigen Worte ja auch interessant bleiben, und dem sie im Zuge der Wiederholungen auch immer wieder begegnen. Die Übersetzungen orientieren sich immer am Grad des Könnens, der beim ersten Kontakt mit dem item angenommen werden kann. Am Ende des Kurses werden in Seite 3 überhaupt nur noch einzelne unbekannte Worte übersetzt.

Die Basiseinheiten setzen, wie erwähnt und begründet, auf einem “Sockel” an Grundkenntnissen auf. Das heißt aber nicht, dass in den Zusatzitems von Anfang an hemmungslos der indefinido benutzt wird; falls Du damit also am Anfang noch nicht vertraut bist, kannst Du ohne weiteres mit dem Kurs beginnen und hast ausreichend Zeit, Dich damit zu beschäftigen. Wir sind uns darüber klar, dass der indefinido in den meisten Spanischkursen nach Futur und Konjunktiv kommt, an der Grenze von A2 zu B1. Wir halten dies aber für falsch, da dadurch der Eindruck entsteht, es handele sich um eine Spezialität für Fortgeschrittene. Der indefinido ist selbst in Spanien viel häufiger als der Imperfekt; außerhalb Spaniens ist er die Vergangenheitsform schlechthin.